Richtig ist, was richtig ist oder Achtsamkeit im Sport

Jetzt, dieses Jahr am 30. Oktober war mein 30. Marathon. Ich hatte mir vorgenommen  an meiner Bestzeit zu „schrauben“ , die da bei 3:14:24 Std. steht. Ich hatte also angefangen zu planen . Trainingsplan schreiben, Ernährung umstellen (weniger Zucker) um  2 – 3 kg abzunehmen, kein Alkohol, viel schlafen wenig Stress ! Arbeit und Familie wurden um das 10 wöchige Training organisiert.

Im August begann das Training in Dänemark, im Urlaub…..die ersten zwei Trainingseinheiten  liefen sehr gut…..danach wurde ich krank….richtig krank, Mandelentzündung ! Wegen falscher Medikamente und falsch dosierter Antibiotika Einnahme, zog sich das ganze 4 Wochen hin.

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Ich war frustriert und fing an alles in Frage zu stellen was mit meinem so geliebten Laufsport zu tun hatte.

Anhand meiner großen Enttäuschung habe ich gemerkt, wie viel Druck ich mir gemacht habe, wie hoch ich meine Erwartungen geschraubt hatte.

Das konnte so nicht richtig sein, es ist doch „nur“ Hobby . Ich hatte gemerkt, daß ich gar keine Lust hatte, so akribisch auf meine Ernährung zu achten. Ich liebe Zucker in meinem Kaffee und hatte angefangen darauf zu verzichten, ich liebe Schokolade und hatte angefangen darauf zu verzichten und ich hatte ein schlechtes Gewissen, wenn ich zwei Teller Pasta gegessen hatte, obwohl ich schon satt war.

Ich arbeite bei der Feuerwehr in Dortmund auf der Feuerwache 1, da ist fast immer viel los und ich komme oft müde nach Hause. Ich habe immer versucht mein Lauftraining vor dem Dienst zu machen, jedoch war der Plan 5 x die Woche zu trainieren, also fiel mindestens ein Training nach dem Dienst, was mich ordentlich gestresst hat „hoffentlich sind Nachts keine Einsätze!“

Das konnte so nicht richtig sein,es fühlt sich nicht gut an.  Es gefiel mir jetzt auf einmal  eine „Ausrede“ zu haben, weniger Training zu haben. Mir war bewusst, daß ich dieses Jahr keine Bestzeit laufen kann.

Ich wartetet bis der Arzt mir wieder grünes Licht gab für’s Training und ging die Sache ziemlich locker an. Zucker kam wieder in den Kaffee , Pasta wurde so viel gegessen wie ICH wollte und ein Bierchen hab ich dann und wann auch getrunken. Lauftraining wurde „nur“ 4 x die Woche gemacht oder auch nur 3 x.

Was auch immer mit mir geschehen ist, es lief sich leichter, der Kopf war frei und das Laufen machte wieder Spaß !

Den Frankfurt Marathon lief ich dann zwar schon an meinem Limit und bei Kilometer 32 dachte ich wieder „was für ein Sch**ß“ aber ich kam bei 3:18:42 Std. ins Ziel was für nur 8 Wochen Training ziemlich gut ist.

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Meine Erkenntnis : Für die Zukunft mehr „ich will“ anstatt „ich muß“ ! Kein „Strava“ mehr, die einem immer erzählen wie gut oder durchschnittlich ich im Vergleich zu irgendwelchen Menschen in meiner Altersklasse bin und welche „Auszeichnungen“ ich schon habe um mich noch mehr zu pushen .

Keine Nike, Salomon etc. Newsletter mehr, die mich überreden wollen Dinge zu kaufen, die es so noch nie gegeben hat (Volle Power für Höchstleistung. Überhol deine Konkurrenz in der Nike Unlimited Kollektion )   .

Ich hör nur noch auf MICH, meine Gesundheit, mein Wille, mein Spaß.

Ich bin es satt, dieses „höher, weiter, schneller“

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Ich versuche jetzt ein halbes Jahr an keinen Sport-Events teilzunehmen um mich nicht wieder unter Druck zu setzt…“Malte du mußt trainieren!“  Einfach Sport machen ohne ein Ziel zu verfolgen.

Es ist zwar auch wichtig, sich Ziele zu setzen  und sich in den Hintern zu treten aber alles in Maßen, denn am Ende interessiert  es niemanden ob du einen Marathon in 3:10 Std. , 3:45 Std oder 4 Std. gelaufen bist, 2 oder gar kein Tor beim Fussball oder wo auch immer geschossen hast. Familie und Freunde interessiert nur ob es Dir gut geht und ob du Gesund bist, ob du glücklich oder unglücklich bist.

 

Nächstes Jahr laufe ich wieder den Frankfurt Marathon mit einem „ICH-WILL-TRAININGSPLAN“ und die 12 Wochen Training davor plane ich nicht…..ich laufe sie einfach, denn….RICHTIG IST WAS RICHTIG IST !

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