Mein Weg zum Halbmarathon – Teil 4 – Angekommen

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Hallo Sportkinder,

was soll ich sagen … heute vor einer Woche habe ich es geschafft. Mein lange ersehnter erster Halbmarathon. Am 10.04.2016 habe ich in Bonn mein Ziel erreicht.

Der Post Marathon in Bonn ist eine internationale Veranstaltung. Ungefähr 10.00 Teilnehmer gab es bei dieser Veranstaltung, davon etwa 6.000 bei dem Halbmarathon. Auch die Anzahl der Zuschauer war super. Eine tolle Stimmung, die fast die gesamten Strecke zu spüren ist.

Naja, genug geschwärmt. Ich wollte euch ein wenig von meinen Eindrücken und Gefühlen in der Zeit vor und währen des Laufs berichten.

Wie die meisten wissen, hatte ich schon im letzten Jahr meinen ersten Halben ins Auge gefasst. Mit dem Training hatte ich im November angefangen. Das Laufen über eine lange Distanz ist zu einem meiner schönsten Hobbys geworden. Auch wenn ich nicht besonders schnell laufe, so habe ich am Ende eines jeden Trainingstages dieses super Gefühl, einen Sieg über meinen Schweinehund errungen zu haben. So war ich also im November und Dezember 2015 super drauf und hatte mich schon zu diesem Zeitpunkt auf meinen ersten Lauf gefreut. Dann kam im Januar mein „Unfall“ dazwischen. Sechs Wochen ohne Sport und davon musste ich vier Wochen den Fuß hochlegen.

Als ich endlich Ende Februar meinen ersten Trainingslauf machen konnte, war zwar der Traum vom Halbmarathon noch da, aber ganz ehrlich… ich habe damals nicht zu 100% daran geglaubt. Ich hatte das Gefühl innerhalb der kurzen Zeit meine Kondition komplett verloren zu haben und tatsächlich hatte ich auch ein wenig zugenommen. Am 28.02. kam dann mein ersten Versuch, wieder mal eine 17 km Strecke zu laufen. Was soll ich sagen… 10 km gingen noch. – Alles danach war Quälerei und nach 14 km habe ich aufgegeben. Das hatte mich erst einmal ordentlich zurückgeworfen. Eine Bestätigung, dass mein Ziel unerreichbar zu sein schien.

Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, mich noch einmal zu motivieren. So oft es ging, bin ich zum Laufen gegangen. Sowohl allein, als auch in Begleitung. Insbesondere die verschiedenen Trainingseinheiten mit Mirco, Lars, Yvonne, Helmut, Martin und Frank haben mir die Zuversicht wiedergegeben.

Ich glaube, dass die Entscheidung bei einigen BodyCombat-Kursen im FitnessFirst teilzunehmen, ein weiterer Schritt zur erfolgreichen Teilnahme an meinem ersten Halbmarathon war.

Anfang März hatte ich mir noch gesagt, dass es doch egal ist, in welcher Zeit ich die Strecke laufe, wichtig ist, überhaupt anzukommen und nicht aus Zeitgründen rauzufliegen. Mit der Zuversicht stieg auch der Wille, eine akzeptable Zeit zu laufen.

Tatsächlich bin ich also mit einem Training von etwa 6 Wochen in den Lauf gegangen, wobei die erste Woche mit steifem Gelenk und gefühlter „Null-Kondition“ begann.

An dieser Stelle einen riesigen Dank an alle, die mich unterstützt haben!

Nicht zu vergessen ist auch der AVO-Lauf, mein erster offizieller Lauf nach meinem Unfall. Von Sonja angesteckt habe ich mich eine Woche vor dem Halbmarathon zu einem 10 km Lauf angemeldet. Super Lauf, sehr gute Organisation und sau tolle Leute. Es war riesig, mit all den hoch motivierten Läufern und Nichtläufern rund um unser „Laufteam Sportkinder e.V.“ zu starten. Jeder hat einen riesigen Job gemacht! Das hatte mich dann auch ordentlich animiert. Ich habe meinen schnellsten 10 km-Lauf geschafft. Das war für mein Habmarathon-Projekt natürlich sehr förderlich.

Aufgrund mehrerer Ratschläge bin schon Samstags nach Bonn gefahren, um in ein Hotel einzuchecken. Die Entscheidung war völlig richtig. Am Samstagabend konnte ich so auf eine StreetFood-Veranstaltung gehen. Man soll ja einen Tag vor solch einem Lauf Kohlenhydrate essen. Das habe ich dann auch in Form von einer Portion frisch gemachter Nudeln getan. Den Abend dann bei schöner Lifemusik ausklingen lassen und rechtzeitig ins Bett.

Nach einem Kaffee und einem kleinen Müsli habe ich ziemlich exakt am Sonntag Morgen um 8:30 Uhr in meinem Startbereich eingecheckt. Da man anscheinend die Masse der Starter entzerren wollte, bin ich in der letzten Gruppe mit ca. 1000 weiteren Läufern endlich gegen 9:20 Uhr gestartet.

„Hintzen, fang nicht zu schnell an!“: das ist mir von Anfang an immer durch den Kopf gegangen. Wenn ich es schaffen sollte, einen Schnitt von 8 km/h zu laufen, dann würde ich etwa 2 Stunden , 50 Minuten für die gesamte Distanz brauchen. Das wäre doch ein super Ergebnis!

Vorsätze sind gut, das Umsetzen klappt aber nicht immer so. Damit ich mich also nicht schon am Anfang kaputt mache, dachte ich mir, such dir mal „Referenzläufer“. Zum Glück hatte das auch tatsächlich gut funktioniert. Für die ersten 4 Kilometer hatte ich ein Pärchen gefunden, an deren Fersen ich mich hängen konnte. Somit konnte ich recht zügig einen fast gleichmäßigen Laufrhythmus aufnehmen. Schade nur, dass dann die erste Versorgungsstelle kam. Da hatte ich mein Pärchen verloren. Egal – weiterlaufen. So habe ich die weiteren Kilometer erst einmal nur nach meiner Uhr gelaufen. Das hatte dann auch zur Folge, dass ich schneller wurde. Trotzdem habe ich mich riesig gefühlt. 5 km … 10 km ….. Es war super. Die Beine machten mit, der Fuß hatte sich kaum gemeldet. Alles war prima. Das Grinsen bekam ich fast gar nicht mehr aus dem Gesicht. Solche Gedanken wie „…was ist schon ein Halber, ich könnte doch auch den Ganzen laufen!“ kamen so langsam hoch. Das sollte aber nicht so bleiben….

KilREB16ES128300_0096ometer 15: Alles läuft…

Kilometer 17:  Was mach ich eigentlich hier?

Kilometer 18: Bin ich nicht schon fertig? – Moment mal, werde ich tatsächlich von einem Marathonläufer überholt?

Kilometer 19: Das kann doch nicht wahr sein! Immer noch nicht da!

Kurz hinter der 20 km -Marke läuft man unter dem 1000 Meter Tor durch. Da hatte ich das Gefühl, ich bleib einfach mal stehen und hör auf!! ES IST NOCH 1 KM…. Das gibt es doch gar nicht!!

Man kann sich gar nicht vorstellen, was Zuschauer ausmachen. Da auf meiner Laufnummer auch der Name stand, konnten die Zuschauer individuell anfeuern. Und genau das ist geschehen: „Norbert, das schaffst du….“, „Norbert, das sieht gut aus….“ (Ne glatte Lüge!), „Norbert, es ist nicht mehr weit….“(..noch ne Lüge!)

Wenn man derart angefeuert wird, ist das zuerst irritierend und dann ein sehr erhebendes Gefühl. Das trägt einen ins Ziel, wo ich dann nach 2:23:19 Stunden auch angekommen bin.

Geschafft: Trotz des Unfalls im Januar bin ich über 21 km gelaufen. Im Ziel angekommen war ich zugleich kaputt wie auch unheimlich stolz. Ziel erreicht! Und nicht nur das, ich bin nicht Letzter!

Eine Erfahrung, die ich nie mehr missen möchte. Der erste Halbe ist also geschafft. Einfach nur toll……

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Keep on running…

Euer Norbert

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