Fett weg durch Fett – Ketogene Ernährung im Selbstversuch

Der Körper braucht, damit er funktionieren kann, Energie

Woher kommt also die Energie?

Ein möglicher Energielieferant bietet sich dabei in Form von Kohlenhydraten an. Kohlenhydrate sind praktisch nichts Anderes als Zucker, und zählen zu den sogenannten Makronähstoffen, zu denen sich noch Lipide (Fette) und Proteine (Eiweiße) gesellen. Drei Baustoffe also, die der Körper braucht um lebensnotwendige Prozesse aufrecht zu erhalten. Allgegenwertig ist in diesem Zusammenhang die Nahrungspyramide, die sich aus diesen drei Bausteinen zusammensetzt, um eine ideale Nahrungszusammensetzung zu veranschaulichen. Dabei bilden für gewöhnlich Kohlenhydrate den Sockel, Proteine das Mittelstück und Fette die Spitze.

Das war bisher so, doch gerade in letzter Zeit gerät diese Pyramide ins Wanken, denn der Glaube an Kohlenhydrate als Hauptenergielieferant schwindet, und ehemals verteufelte Fette gewinnen an Bedeutung.

Warum ist das so?

 

Zucker ist Dein Feind

Übermäßiger Kohlenhydratverzehr wird mittlerweile mit den verschiedensten Krankheiten in Zusammenhang  gebracht. Krebs, Alzheimer und Diabetes, um nur einige zu nennen, sind allgegenwärtige Zivilisationskrankheiten, dabei stand Diabetes, also die sogenannte Zuckerkrankheit, noch bis vor kurzem keineswegs in Verdacht durch übermäßigen Zuckerkonsum ausgelöst zu werden.

Zurzeit findet ein Umdenken statt, Ernährungsstudien werden in Auftrag gegeben, die Stimmen derer, die eine Zuckersteuer fordern, lauter, bisherige Ernährungsempfehlungen werden neu evaluiert.

Eines steht jedoch fest, Zucker ist schädlich und ein Riesengeschäft, dahinter steht eine gewaltige Lobby, bestehend aus Süßwarenherstellern, Zuckerlieferanten, der Pharmaindustrie und Ärzten. Der Verdacht liegt nahe, die beiden Letztgenannten sind willentliche Nutznießer eines ungesunden Lebensstils Ihrer Patienten, respektive Kunden. Stand früher noch die Gesundheit im Fokus von Arzt und Pharma, ist es heute die Krankheit und die damit zu erzielenden Gewinne.

Zucker findet sich überall, es ist erschreckend, dass dies den meisten Menschen völlig unbewusst ist. Selbst in verarbeitetem Fleisch (Schinken, Salami) findet sich der Süßmacher. Ein Blick auf die Rückseite der Packung sollte jedoch Aufklärung verschaffen. Doch auch hier tricksen die Hersteller, denn laut Gesetz sind sie dazu verpflichtet die Bestandteile sortiert und beginnend mir der größten Menge aufzulisten. In diesem Fall müsste Zucker also leicht zu identifizieren sein, oder? Mitnichten, denn die unterschiedlichen Formen des Zuckers werden getrennt gelistet, und verstecken sich als Einzelposten in den unteren Rängen. Auch die Diätindustrie, die mit fettreduzierten Lightprodukten wirbt, ersetzt den Geschmacksträger Fett durch Zucker. Ein völlig falscher Ansatz, wie ich finde.

Genaues Studium des Etiketts ist also unbedingte Pflicht.

 

Fett ist Dein Freund

Wenn Zucker jedoch so schlecht ist, wo bekomme ich die nötige Energie her? Diese Frage stellte ich mir, und kam zur sogenannten Ketose.

Bei der Ketose, also dem Fettstoffwechsel bedient sich der Körper beim Fett, genauer gesagt bei den Ketonkörpern, die der Körper beginnt aus Fettsäuren herzustellen, sobald seine Glucosespeicher aufgebraucht sind. Dieser anfängliche Hungerzustand lässt sich durch eine möglichst geringe Kohlenhydrataufnahme erzwingen, und ihn zu erreichen dauert von Person zu Person unterschiedlich lange. Krafttraining z.B. leert die Glucosespeicher deutlich schneller.

Um die Ketose zu halten, nehme ich nicht mehr als 30gr Kohlenhydrate am Tag zu mir, dafür aber umso mehr an Fett, ja, geradezu Fettberge.

Ich habe gemerkt, dass ich im Laufe der Zeit schneller in Ketose falle als noch zu Beginn meiner Ernährungsumstellung. Dauerte es anfangs noch eine volle Woche, brauche ich mittlerweile nur noch 1-2 Tage, sollte ich zuvor durch erhöhten Kohlenhydratverzehr mal aus der Ketose gefallen sein. Die anfänglichen Kopfschmerzen und Schwächezustände bleiben jedoch aus. Bei vielen Menschen ist es nämlich so, dass sie, sobald sie das erste Mal in Ketose fallen, eine kurze Phase der Schwäche, die sogenannte Ketose Grippe, begleitet von Kopfschmerzen, denn auch das Gehirn muss sich auf den neuen Energieträger umstellen, durchleiden, aus der sie aber gestärkt hervorgehen. So war es zumindest bei mir. Beim Sport wurde ich plötzlich leistungsfähiger, meine Konzentration nahm zu, mein Schlaf wurde besser. Als ob das nicht schon genug wäre, verlor ich zudem noch an Körperfett, denn eines ist in diesem Zusammenhang noch wichtig zu erwähnen: Ein niedriger Zuckerspiegel bewirkt einen niedrigen Insulinspiegel, denn dieses Hormon hemmt die Fettverbrennung und gibt dem Körper das Zeichen, Fett in Form von Glykogen einzuspeichern. Ist dieses Hormon jedoch auf einem konstant niedrigen Level, haben unter anderem auch Fressattacken keine Chance mehr. Es klingt paradox, aber wer viel Fett ist, wird Fett verbrennen, wer dagegen Zucker in sich hereinstopft, wird es bald als Fettpölsterchen mit sich herumtragen und als Löcher in den Zähnen wiederfinden.

 

Eiweiß ist Dein Verbündeter

Der dritte Stoff, das Eiweiß, erfüllt zwar wertvolle Funktionen, gerade bei Sportlern, dennoch führt auch hier ein übermäßiger Verzehr zur Einlagerung von Glykogen, wenn man in Ketose ist. Generell gilt, nicht mehr als 30% seiner Kalorien aus Eiweiß zu beziehen.

 

Fazit:

Wie Anfangs erwähnt und der Titel verheißt, geht es hier  um einen Selbstversuch, mit dem ich bisher gut klar komme. Der Text soll aber nicht als Animation dienen es mir gleichzutun, allenfalls als Motivation sich selbst die Frage zu stellen: Ist das was für mich?

 

Anhang:

Einige Dinge, die ich nicht zu mir nehme:

  • Süßigkeiten
  • Chips
  • Fertignahrung
  • Kuchen
  • Torte
  • Nahrung aus Weizenmehl
  • Brot, Brötchen
  • Alkohol
  • Säfte
  • Softdrinks
  • Obst (ausgenommen Heidelbeeren oder Waldbeeren

Einige Dinge, die ich gelegentlich esse

  • Heidelbeeren, Waldbeeren
  • Süßkartoffeln
  • Butter

Einige Dinge, die ich oft esse

  • Brokkoli
  • Grünkohl
  • Kokosfett
  • Sesamöl
  • Olivenöl
  • Rindersteaks
  • Putenfleisch
  • Lachs
  • Eier

Daneben versuche ich viel Wasser zu trinken, 6 Liter am Tag, was mir nicht immer gelingt

 

Euer

Ketowski

 

Ein Kommentar bisher - Was sagst du?

  1. Sonja Lob sagt:

    6 Liter……? Weißt du, wieviel das ist? Hast du immer ne Toilette in der Nähe? …..ich mache es morgen mal ….nur, damit ich mitreden kann!

    2016-02-03
    Antworten

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