Pestizide und das Bienensterben!

Artensterben in der Tier- und Pflanzenwelt ist ein sehr aktuelles Thema.

Ein bedeutender Grund ist der massive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.

 

Konsequenz daraus: Vogelsterben, Amphibien und Säugetiere sind in ihrer Fortpflanzung gestört, Insekten und andere Bodentiere können Böden nicht mehr fruchtbar machen, Bienen, unentbehrliche Helfer für die Bestäubung von Pflanzen, sind zum Opfer eines massiven Bienenvölkersterbens geworden! Dramatische Folgen für Bienenvölker hat v.a. der Einsatz von Neonikotinoiden, weil sie das Immun­system der Tiere schwächen und ihre Orientierungsfähigkeit so stören, dass sie nicht mehr in ihren Stock zurückfinden .

 

phpFdYeSt„Clothianidin ist ein relativ neues Insektizid aus der Gruppe der Neonikotinoide. Es soll die Pflanze gegen Maiswurzelbohrer, Frittfliege und Drahtwurm schützen. Neonikotinoide sind synthetisch hergestellte Nikotinverbindungen, die als Kontakt- und Fraßgifte auf das Nervensystem wirken. Der Wirkstoff wurde insbesondere für den Einsatz als Saatgutbehandlungsmittel („Beizmittel“) entwickelt. Der für Bienen hochgiftige Wirkstoff wird jedoch auf benachbarte Äcker geweht und dort von Bienen aufgenommen, die kurze Zeit später in Massen sterben.“(Der Bund – www.bund.net)

Der bis heute größte Unfall durch Neonicotinoide in Deutschland ereignete sich im Frühjahr 2008 (vgl. Bundesminisetriums für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ) und schädigte etwa 11.500 Völker. Mit einem Neonikotinoid behandeltes Maissaatgut wurde schnell als Ursache für diese Vergiftungen ausgemacht, was durch chemische Analysen von Bienen- und Pflanzenproben bestätigt wurde.

(Der nachgewiesene Wirkstoff Clothianidin stammte offensichtlich von behandeltem Maissaatgut, bei dem der Wirkstoff nicht ausreichend an den Körnern anhaftete, so dass es zu einem starken Abrieb und einer Akkumulation von Stäuben in einigen Saatgutpartien kam. In der Oberrheinebene wurden zudem pneumatische Sägeräte mit Saugluftsystemen verwendet, die aufgrund ihrer speziellen Konstruktion den Clothianidin-haltigen Staub über die Abluftführung direkt in die Luft und auf blühende Pflanzen, die in der Reichweite der Staubwolke standen, verteilten.)

 

Mit Wirkung vom 1.Dezember 2013 hat die EU-Kommission auf Druck der Imker und Umweltverbände die Nutzung von drei Neonikotinoiden für alle bienenrelevanten Kulturen für den Zeitraum von zwei Jahren verboten. Das Echo auf  das Verbot war zweigeteilt: während Imker und Umweltverbände sich freuen, sehen viele Betriebe in der Landwirtschaft nicht ein, auf die Pestizide zu verzichten. Der Deutsche Bauernverband beispielsweise sperrt sich noch immer gegen strengere Regelungen. Die Pflanzenschutz- und Saatgutindsutrie sieht das Verbot für überzogen und die Chemiekonzerne Bayer, BASF und Syngenta klagen gegen dieses Verbot.

 

Nach Berichten des Sterns vom 15.01.2016 verbannt ein großer Discounter bienengiftige Pestizide und verlangt von seinen Obst- und Gemüse-Lieferanten den Verzicht auf acht Wirkstoffe beim Anbau in Deutschland. Die Umweltorganisation Greenpeace lobte den Discounter als Vorreiter. Die acht chemischen Wirkstoffe sind z.B.Clothianidin wird für Kohlrabi, Kräuter, Rosenkohl, Blumenkohl und Blattkohl verwendet, Cypermethrin bei Porree und Hülsengemüse. Deltamethrin betrifft demnach Blumenkohl, Paprika, Aubergine, Zucchini, Gurke, Erbse, Kohl, Tomate und Salat. Fipronil dürfen Landwirte als Ausnahme auf Kartoffeläckern nutzen, Imidacloprid bei Äpfeln, Pfirsichen, Aprikosen und Salat.

 

Politiker Harald Ebner forderte gestern gegen das „Phänomen Pestizidzyklus“ vorzugehen: „Erst zeigten Studien der Industrie die Unbedenklichkeit, danach werde der Wirkstoff zugelassen. In der Anwendung zeige sich dann die Giftigkeit, und irgendwann, nach massiven Schädigungen, werde dann die Zulassung zurückgenommen. „Und dann kommt ein neuer Wirkstoff, und das ganze Spiel kann von vorne beginnen.“

 

Biohof_links_GewaechshausWie wäre es deswegen mit saisonalem, frischem Obst/Gemüse vom regionalen Biohof? Beispiel: Schultenhof Dortmund

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